Tierwohl-Label

Als Folge der staatlichen Untätigkeit entwickelten diverse Discounter neben den bereits seitens der Bioverbände bestehenden Haltungsrichtlinien eigene Kriterien und „Qualitäts“-Label. Dadurch gibt es inzwischen eine Vielzahl von Labeln, die nur noch Spezialisten durchschauen können.
Richtig wäre es gewesen, ein einfaches System in Anlehnung an den Eier-Code zu entwickeln, der seit 2004 verpflichtend auf die Konsumeier zu drucken ist und somit Transparenz garantiert. Dadurch sind die aus tierquälerischer Käfighaltung stammenden Eier (Code 3) fast gänzlich aus dem Lebensmitteleinzelhandel verschwunden. Stattdessen haben wir nun das aufsteigend nummerierende freiwillige, also unverbindliche staatliche System, bei dem die „1“ für die schlechteste Haltungsform, nämlich den gesetzlichen Mindeststandard steht, neben Labeln mit Sternchen und solchen mit Klartext.

Tierärztin Karin Ulich von der Gruppe „Tier und Mensch“ formulierte in enger Tuchfühlung mit anderen Tierärzten zwei Papiere für ein verpflichtendes staatliches Label:
Stellungnahme zum staatlichen 3-stufigen „Tierwohllabel“ (Langfassung)
Stellungnahme  zum geplanten  staatlichen Tierwohllabel 2019  zur  Mastschweinhaltung (Zusammenfassung)

Fazit: Die Agrarminister der vergangenen Jahre haben bezüglich der Schaffung eines transparenten Tierwohl-Labels kläglich versagt! Deshalb sollten jetzt auch die Verbraucher mit Briefen an das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) Druck machen:
BMEL
Frau Ministerin Julia Klöckner
Wilhelmstraße 54
10117 Berlin
E-Mail: poststelle@bmel.bund.de
Fax: Telefax: 03 0 / 1 85 29 – 42 62


Rückblick auf die Tierhaltung

Die Haltung von Nutztieren lässt sich über Jahrhunderte und Jahrtausende zurückverfolgen. Die Zucht erfolgte zunächst planlos. Bald erkannten die Menschen jedoch, dass einige Tiere besser als andere an die natürlichen Rahmenbedingungen angepasst waren und den Wunschvorstellungen mehr entsprachen. Durch die Auswahl entwickelten sich Rassen, die unter anderem immer besser mit den regionalen Gegebenheiten wie geografische und klimatische Verhältnisse zurechtkamen. Als Beispiel seien hier Rinder erwähnt, die aufgrund ihrer kurzen Beine auf Weiden an Hängen erfolgreich gehalten werden konnten.
Insgesamt lässt sich sagen, dass bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts Menschen und Tiere in einer Art Symbiose lebten: Der Mensch sicherte das Leben der von ihm gehaltenen Tiere, indem er ihnen Schutz gewährte und ihnen Futter gab. Im Gegenzug erhielt (besser: nahm) er von ihnen Milch und Eier und schließlich schlachtete er auch einige, um ihr Fleisch für die eigene Ernährung zu haben, statt auf die mühevollere Jagd zu gehen.
Früher wurde auch auf Langlebigkeit geachtet. Dieser Aspekt trat insbesondere während der vergangenen acht Jahrzehnte angesichts der durch gezielte Selektion auf wenige oder gar nur ein Merkmal wie hohe Jahres-Milchleistung, enorme tägliche Tages-Gewichtszunahme und exorbitante Legeleistung zunehmend in den Hintergrund. Die Nachteile nahmen ständig zu. So erreichen heute viele Milchrinder nicht die vierte Laktationsperiode, ab der sie betriebswirtschaftlich schwarze Zahlen schreiben lassen. Ja, viel zu viele Milchkühe scheiden schon während der ersten Laktationsperiode aus, d. h. sie verursachten nur Kosten während der Aufzucht, ohne dass sie jemals zum Betriebseinkommen beitragen.

Vergleich der Lebenserwartung von Nutztieren und Rückblick auf die Tierhaltung (PDF-Download, 96 KB)

Pressemitteilung zu zwei Kundgebungen / Demonstrationen anlässlich der Internationalen Grünen Woche (IGW) in Berlin 2019
Im Zusamnmenhang mit der IGW gab es zwei Kundgebungen / Demonstrationszüge.
Lesen Sie hier unsere PM-01.2019

Leserbrief zur beabsichtigten Verlängerung der Erlaubnis für das betäubungslose Kastrieren von Eberferkeln bis 31.12.2020
Btr. Hamburger Abendblatt, 29.11.18, S. 16, Deutsche Ferkel müssen weiter leiden
Sehr geehrte Damen und Herren!
Für zwei weitere Jahre müssen nun also jährlich etwa 45.000 Eberferkel leiden, weil Ex-Agrarminister Christian Schmidt (CSU) es seit der Änderung des Tierschutzgesetzes im Juli 2013 versäumte, die erforderlichen
Durchführungsbestimmungen vorzubereiten. Mit der Inhalationsnarkose mittels Isofluran steht schon seit über 10 Jahren eine auch in Deutschland bei „Neuland“-Betrieben und auf Öko-Höfen bewährte Methode zur Verfügung, die in Verbindung mit einer zuvor percutan verabreichten Injektion eines Schmerzmittels (z. B. Metacam) das Leiden bei der Kastration sicher verhindert. Der auf Ökonomie fixierte Deutsche Bauernverband (DBV) unterstützte Schmidts Passivität und widerlegte damit seine gebetsmühlenartig vorgetragene Behauptung, deutsche Bauern seien Vorreiter in Sachen Tierschutz.
Mit freundlichem Gruß
Eckard Wendt
Vorsitzender der AGfaN e.V.

Pressemitteilung zur Bundesratssitzung am 21.09.2018:
Tierschützer begrüßen das Aus für die betäubungslose Kastration

Die AGfaN kritisiert die Vertagung der Entscheidung zum Auslaufen der betäubungslosen Kastration in der Absicht, eine Verlängerung der Übergangsregelung um zwei Jahre um zwei Jahre zu erreichen. 
Lesen Sie unsere Pressemitteilung dazu hier

Kastration

Kastration der Eberferkel
Eberferkel werden zur Vermeidung des Ebergeruchs, der bei der Erhitzung des Fleisches entstehen kann, kastriert. Diese Amputation darf gemäß unserem Tierschutzgesetz von jedem landwirtschaftlichen Tierwirt (Bauern) noch bis zum Ablauf der fast fünfjährigen Übergangsfrist noch bis Ende dieses Jahres (2018) ohne Betäubung(!) vorgenommen werden. Die Bundesregierung und die Bundestagsmehrheit von CDU, CSU und SPD wollen diese extrem tierquälerische Methode entgegen einem Bundesratsvotum vom 21. September 2018 weitere zwei Jahre erlauben, obwohl es ein in der Schweiz bewährtes Verfahren gibt.

Lesen Sie bitte unseren Bericht über die praxisübliche Kastration ohne Betäubung: Kastration 1

Bericht über die Kastration mittels Inhalationsnarkose mit Isofluran:
Kastration 2

Lesen Sie hier unsere Pressemitteilung zum Beschluss des Bundesrates zum endgültigen Verbot der betäubungslosen Kastration:
Pressemitteilung vom 21.09.2018 

Infotafel / Infoblatt zur konventionellen Kastration

Tafel im Format 60cm x 80cm zur Information von Spaziergängern über die konventionelle, also betäubungslose und deshalb extrem tierquälerische Kastration der Eberferkel.

Bundestag
Bundestag
Bundestagsbeschluss zur betäubungslosen Ferkelkastration (09.11.2018)
Am 09.11.2018 stand auf der Tagesordnung des Bundestags das Thema „Änderung des Tierschutzgessetzes“ (Tagesordnungspunkte ZP 12 bis 14).
         
Anlass war der Antrag der CDU/CSU und der SPD (Drucksache 19/5522), durch den die nach §21 Absatz 1 Satz 1 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) seit Juli 2013 laufende und mit dem 31.12.2018 endende Übergangsfrist für die tierquälerische betäubungslose Ferkelkastration um zwei Jahre bis zum 31.12.2020 verlängert werden soll. In der Darstellung des Problems nennt der Antrag Gründe, die schon längst hätten ausgeräumt werden können, wenn Ex-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (2014 bis 2018) seine Hausaufgaben gemacht hätte und nicht der Verzögerungstaktik des Deutschen Bauernverbands und der Tierhalter-Lobby gefolgt wäre:
„Eine Verschiebung der Frist ist zwingend erforderlich, da die derzeit verfügbaren Alternativen zur betäubungslosen Kastration den Anforderungen der Praxis nicht gerecht werden.“

Die AfD brachte einen Antrag (19/5533) mit dem Ziel ein, die Kastration unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) mittels Lidocain zuzulassen, wenn die anwendenden Personen entsprechend geschult wurden.
Anmerkung: Der warnende Hinweis der Tierärzteschaft, dass die Lokalanästhesie wegen der notwendigen mehrfachen Einstiche bis zum Einsetzen der Wirkung sehr schmerzhaft sei, war entweder nicht bekannt oder wurde ignoriert, was darauf hindeutet, dass sich die Antragsteller nicht ausreichend informiert hatten.

Der Antrag der Bündnisgrünen (19/5564)  ist sehr umfangreich und verlangte eine umfassende „struktuelle Verbesserungen des Tierschutzgesetzes“ und sicherzustellen, dass nur „nach deutschen Tierschutzstandards kastrierte Schweine in den deutschen Handel gelangen“.

Die Redebeiträge können zumindest jetzt noch im Internet über folgende Adresse nachgehört werden:
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw45-de-tierschutzgesetz/577236
Sitzungsprotokoll:  http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/19/19061.pdf

Beschluss: Die Anträge wurde wurden an den Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft überwiesen.

Pressemitteilung der AGfaN e.V.

Hannover
Am 08.10.2018 gab Ministerin Barbara Otte-Kinast in Hannover eine Pressekonferenz mit Schwerpunkt Ferkelkastration
Lesen Sie hier einen Kurzbericht darüber und einen Kommentar dazu.

Schlachthof-Skandale

Im Zusammenhang mit der Schlachtung von Tieren kommen verschiedene Betäubungsverfahren zur Anwendung, z.B. bei Rindern der Bolzenschuss, bei Schweinen die Elektrozange und die Betäubung mit Kohlenstoffdioxid (CO2).

CO2-Betäubung
Bei der CO2-Betäubung kommt in der Regel das Controlled Atmosphere Stunning (CAS) zur Anwendung. Dabei werden die Tiere zunächst einer widernatürlich hohen Sauerstoffkonzentration ausgesetzt, auf die die eigentliche Betäubung mit CO2 (Kohlenstoffdioxid) folgt. Das CO2 verbindet sich mit der Feuchtigkeit in den Atemwegen zu H2CO3 (Kohlensäure), also zu einer Säure, die sehr aggressiv wirkt. Dadurch werden starke Reizungen an den Schleimhäuten und vor allem eine extreme Atemnot mit Todesangst ausgelöst.

Bei Wassergeflügel ist die Verwendung von CO2 nicht gestattet, weil es die Atmung unterbrechen würde und sich dadurch der Eintritt der Bewusstlosigkeit stark hinausziehen würde. Das hätte die Verlängerung der Todesangst zur Folge. Allerdings ist CO2 im Seuchenfall (Vogelgrippe) zur Tötung erlaubt (… also nach dem Motto: „Wenn schon Tötungsorgien für vorgeschrieben sind, warum dann nicht auch gleich qualvoll?“). Dabei gibt es ein besseres Verfahren, nämlich mit CO (Kohlenstoffmonoxid), dem Gas, dem manchmal Menschen zum Opfer fallen, wenn sie sich ohne vorherige Sicherheitsüberprüfung in Gruben wie Brunnen oder geleerte Güllebehälter hinabbegeben. Gelangt CO in die Lungenbläschen, entzieht es dem Blut den Rest-Rauerstoff und bewirkt den nicht vom Opfer nicht wahrnehmbaren Tod durch innere Erstickung.

Lesen Sie bitte den nachstehenden Bericht über die CO2-Betäubung, der sich auf einen Vortrag von Frau Ulrike Machold aus dem Jahr 2003 bezieht, als sie beim 2. Schlachttechnologie-Workshop in der damaligen Bundesanstalt für Fleischforschung (BAFF, jetzt Max-Rubner-Institut, MRI) die Ergebnisse ihrer Dissertation vorstellte. Nach den von ihr gezeigten, schockierenden Videos und der Einladung zur Fragerunde setzte zunächst ein äußerst ungewöhnliches, etwa 20 Sekunden währendes Schweigen aus Betroffenheit ein. Frau Machold ist inzwischen Professorin an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf
Die CO2-Betäubung ist schlimmste Tierquälerei!

Anmerkung (Stand 23.12.2018): Seit nunmehr mehr als einem Jahr und mit besonderem Nachdruck seit November 2018 bemühe ich mich bei einem Schlachtunternehmen intensiv um eine zweite Besichtigung der CO2-Betäubungsanlage, aber dieses Mal mit der vorherigen festen (schriftlichen) Zusicherung, auch Einblick in die CO2-Anflutungsphase nehmen zu können, was im Jahr 2010 angeblich trotz der vorherigen Zusage seitens der Firmenleitung und des Tierschutzbeauftragten des Betriebs dann plötzlich doch nicht möglich gewesen sein sollte. Ich hatte seinerzeit auch mündlich angeboten, eine dafür ggf. erforderliche Video-Übertragungsmöglichkeit per Funk während der nächtlichen Betriebsruhe / Reinigungszeit zu installieren.

 
allgemeiner Hinweis: Die in engem sachlichen Zusammenhang stehenden Beiträge sind nummeriert. Dabei erhält der jeweils neueste Eintrag die Nr. 1 und die älteren folgen.

2 Videos zur CO2-Betäubung:
Hinweis: Bei den beiden gezeigten Systemen wird das Überschlagen der Tiere bei ihren Fluchtversuchen im Betäubungsbehälter (Paternoster) , das Eckard Wendt in seinem Bericht über die Untersuchung von Frau Machold erwähnt, dadurch verhindert, dass die obere Begrenzung dicht über den Tieren ist.
Die Beiträge sind in Seiten mit englischen Texten eingebunden. Scrollen Sie sprechend hinunter.


1.
Ein Video über die CO2-Betäubung mit Zutrieb mittels Schiebern in Gruppen zu sieben Schweinen (also die noch effektivere Art) können Sie sich hier ansehen:  CO2-Betäubung 1

©  EYES ON ANIMALS   –   https://www.eyesonanimals.com

2. Unter der nachfolgenden Adresse erhalten Sie einen Einblick in die ältere Form der CO2-Betäubung mit Kleinstgruppen in Körben, in denen die Schweine hintereinander stehen:  CO2-Betäubung 2
©  Aussie Farms   über  https://vimeo.com/aussiefarms
und über  „free from HARM“   –   https://freefromharm.org

Bitte beachten Sie unsere weiteren Informationen zur Betäubung, die sie unterhalb der Schlachthofskandale finden.

Schlachthof-Skandale

1. Oldenburg (Oktober 2018)
Erstmal reagiert ein Schlachthof (GK Oldenburg GmbH & Co. KG), der von Tierrechtlern (Deutsches Tierschutzbüro) wegen gravierender Tierschutzverstöße angezeigt wurde, mit einem Schuldeingeständnis, das allerdings leider dahingehend relativiert wurde, dass die Schuld den von Betrieb eingesetzten Subunternehmen angelastet wurde.  Wir sind der Meinung, dass jedem Schlachthofbetreiber die Oberaufsicht obliegt und er deshalb verpflichtet ist, den Arbeitsablauf zu kontrollieren und dadurch die Einhaltung der gesetzlichen Mindeststandards sicherzustellen … auch hinsichtlich des Tierschutzes.
Lesen Sie hierzu den Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) vom 08.11.2018:
http://www.waz-online.de/Nachrichten/Der-Norden/Tierquaelerei-in-Oldenburg-Aufnahmen-zeigen-Zustaende-in-Schlachthof
Hierzu schrieb der Vorsitzende der AGfaN einen Leserbrief, der an mehrere Zeitungen verschickt wurde: Schlachthof Oldenburg
Das bemerkenswerte Eingeständnis des Schlachthofbetreibers mit Datum vom 06.11.2018 finden Sie hier 14153-pressemeldung_gk_oldenburg_181106

2. Bad Iburg (Oktober 2018)
Dieses Mal wurden erfreulicherweise die Behörden von den Tierrechtlern, (Deutsches Tierschutzbüro) umgehend eingeschaltet. Erstaunlicherweise reagierte sogar das Landwirtschaftsministerium in Hannover sofort und griff allem Anschein nach konsequent ein.
Bitte lesen Sie hier die
Pressemitteilung des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums
und
den Leserbrief unseres Vorsizenden (ungekürzt erschienen im Winsener Anzeiger)

 

Welttierschutztag 2018

Tierärztin Karin Ulich von der Initiative „Tier und Mensch“ (ehemals Tier und Mensch e.V.) bat uns, zum von der Bundeslandwirtschaftsministerin geplanten Tierwohl-Label () folgende Stellungnahme zu veröffentlichen. Dieser Bitte kommen wir gerne nach, weil wir ihr vollinhaltlich zustimmen.
Kurzfassung  (wird noch bereitgestellt)
Langfassung (wird noch bereitgestellt)

Lesen Sie hier unsere
Erklärung zum Tierschutztag 2018

Schweinehaltung

Rüsselringe und Rüsselkrampen
Bedauerlicherweise gibt es Freilandhalter, die ihren Schweinen immer noch Rüsselringe und Rüsselkrampen einziehen. Auf diese Weise wollen sie besonders in der Nähe ihrer Hofläden die Tiere auf grünen Weiden präsentieren. Dass es sich bei dieser Maßnahme um üble Tierquälerei handelt erfahren sie in unserem Beitrag
Nasenringe und Rüsselklammern

Informationen zur Kastration der Eberferkel finden Sie hier.

Gedanken zum Welt-Milchtag 2018

Appell zur Beendigung der tierquälerischen Kastration der Eberferkel
Im Zusammenhang mit der am 21.09.2018 stattfindenden Bundesratssitzung wird auch der Antrag Bayerns auf der Tagesordnung stehen, in dem eine Fristverlängerung für die betäubungslose Katration von Eberferkeln gefordert wird, die gemäß dem Tierschutzgesetz in der geänderten Fassung vom Juni 2013 nur noch bis zum 31.12.2018 erlaubt ist. Deshalb wandten wir uns mit inhaltlich weitgehend gleichlautenden Briefen per Einschreiben mit Rückschein an den Bayerischen Ministerpräsidenten, Landwirtschaftsministerin Kaniber und Verbraucherschutzminister Hauck, sowie an die Bundesländer, die Bayerns Antrag unterstützten (Baden-Württemberg und Hessen. Eigentlich hätten gleiche Schreiben auch an Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen geschickt werden müssen, aber das schafften wir leider aus Zeitgründen nicht.

Brief an die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber

Wir wandten uns ebenfalls an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

Gedenktage
Es gibt sinnvolle Gedenktage mit hehren Zielen wie zum Beispiel den Weltfrauentag (8. März) oder den Holocaust-Tag (27. Januar), an denen besonderer Ereignisse gedacht oder an Defizite im Sozialen erinnert wird.
Aber es gibt auch Tage, die in erster Linie zur Absatzförderung eingerichtet wurden. Zu diesen gehört der sogenannte „Weltmilchtag“ (1. Juni), der auf Betreiben des Internationalen Milchwirtschaftsverbands (IDF) von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) etabliert wurde.
Stellungnahme zum Welt-Milchtag 2018

Puten-Info 3, Kelly Bronze Puten

Putenfleisch muss nicht aus Massentierhaltung sein!
Außer den speziellen, auf hohen Muskelanteil und für die Schnellmast gezüchteten sogenannten „Wirtschaftsputen“ gibt es noch robustere Züchtungen, die sich besonders gut für die Freilandhaltung eignen. Zu diesen gehören die Kelly Bronze Puten. Der Basiszuchtbetrieb befindet sich in Danbury / England auf halbem Weg zwischen London und Harwich (www.kellybronze.co.uk).
Puten-Info 3: Freilandhaltung von Kelly Bronze Puten 

Veröffentlicht in Puten

Landwirtschaftliche Nutztierhaltungen besser kontrollieren – AGfaN nimmt Ministerin Julia Klöckner beim Wort und unterbreitet Vorschläge

Mit einem Brief dankte die Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. (AGfaN) Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner für ihre öffentlich bekundete Absicht, sich gegenüber den Ländern für häufigere Kontrollen der Nutztierhaltungen durch die jeweils zuständigen Veterinärämter einsetzen zu wollen. Deshalb komme es darauf an, die bisher systemimmanenten Schwachstellen zu beseitigen, so dass nicht nur die Kontrolldichte, sondern auch die Effizienz erhöht werden kann.

Lesen sie hier den Brief an Ministerin Klöckner.
Übersetzung für englischsprachige Besucher

Putenfleisch ist sehr beliebt.

Leider wissen aber die meisten Verbraucher gar nichts über das Leiden die Tiere hinter den hermetisch verschlossenen Stalltüren. Ja, die Mehrzahl will es auch nicht wissen oder verdrängt der fragwürdigen „Gaumenfreuden“ wegen die Bilder, die gelegentlich von den Printmedien veröffentlich oder vom Fernsehen gezeigt werden.

In der Massentierhaltung vegetieren die Puten unter unwürdigen Bedingungen, die eigentlich verboten werden müssten, wenn die Exekutive §2 unseres Tierschutzgesetzes ernst nehmen würde. Da es aber in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung noch keine Vorschrift zur Haltung von Puten gibt, handelt die Exekutive nach dem Motto „Nichts hören, nichts sehen, nichts sagen, nichts tun“

Die weit verbreitete „Geiz ist geil!“-Mentalität hat zur hemmungslosen Ausbeutung geführt.
Zu Ihrer Information finden Sie hier einige Infos. Wenn Ihnen das Schicksal der Nutztiere nach dem Lesen nicht mehr egal ist, entscheiden Sie sich bitte in Zukunft für den Kauf von Putenfleisch und -produkten von Bio-Höfen oder „Neuland“-Betrieben, die nicht nur in Bioläden, sondern auch schon in einigen normalen Geschäften erhältlich sind. Passen Sie aber auf, dass Sie nicht auf vollmundige Werbesprüche und geschönte Bilder hereinfallen!

Puten-Info 1: Das sollten Sie wissen, wenn Sie Fleisch von Puten essen!

Puten-Info 2: Praxisübliche Putenmast

Veröffentlicht in Puten

Termine und kurze Rückblicke

1.  allgemeine Veranstaltungen
2.  kirchliche Veranstaltungen
3.  Rückblicke auf Veranstaltungen, an denen sich auch die AGfaN e.V.
     beteiligte.
Weisen Sie uns bitte auf Veranstaltungen hin unter:
info(at)tierschutz-landwirtschaft.de
Vielen Dank!

1. Allgemeine Veranstaltungen

– 17.08.2019,  HANNOVER, Tag für Tiere, Krö
pke mit Beteiligung der AGfaN
– Verein für Tierrechte Ahrensburg / Schleswig-Holstein
07.09.2019,11:00 bis 13:00 Uhr, Mahnwache
Ort: Platz vor dem City Center
Infos: http://www.tierrechte-ahrensburg.de/termine.html

2. Kirchliche Veranstaltungen

2.1. Hamburg
„AKUTes“ Sommerfest

31.08.2019 ab 15:00 Uhr bis 20:00 + Uhr (Abend der Begegnung) und 01.09.2019 ab 10:00 Uhr (Schnacktee & Klönkaffee), ab 11:00 Uhr „Gottesdienst mit Mensch und Tier“ bis 14:00 Uhr (Reisesegen)
in der Kirchengemeinde „Zum Guten Hirten“ in Hamburg Langenfelde (siehe nachfolgend)

„Gottesdienste mit Mensch und Tier“ mit Pastor Holger Janke und der Aktion Kirche und Tiere e.V. (AKUT) finden mehrfach im Jahr mit anschließendem Beisammensein mit Imbiss im Gemeindehaus der Kirchengemeinde „Zum guten Hirten“, Försterweg 12, 22525 Hamburg Langenfelde statt (direkt beim S-Bahn-Hof Langenfelde der Linien 21 und 3; in 12 Minuten ab Hamburg Hauptbahnhof zu erreichen). Bitte informieren Sie sich auch selbst unter: Homepage der Kirchengemeinde

2.2. Institut für Theologische Zoologie
c/o Haus Mariengrund, Münster
Vortragsveranstaltungen / Seminare / Treffen des finden Sie unter:
http://www.theologische-zoologie.de/

3. Rückblicke
Die Kurzberichte sind in aufsteigender Reihenfolge von unten nach oben angeordnet.

Rückblick 6:
Am 14.07.2019 veranstaltete die Kirchengemeinde der St. Marien Kirche in Winsen / Luhe wieder ihren schon traditionellen „Gottesdienst für Mensch und Tier“ im Klostergarten. Offenbar wegen des unsicheren Wetters nahmen weniger teil als in den Vorjahren. Immerhin wurden von den Teilnehmer*innen 10 Vierbeiner mitgebracht: eine Katze und neun Hunde. Vikar Niklas Schilling hielt eine außerordentlich bemerkenswerte Predigt, in der er einen weiten Bogen von den vielen Erwähnungen unterschiedlichster Tierarten in der Bibel über das beglückende Miteinander mit seinem Hund und die Problematik des Tötens zu Nahrungszwecken am Beispiel eines Bibers im Restaurant bis hin zum anonymen Leiden der Nutztiere in den Massentierhaltungen zog. Er betonte, dass auch Tiere eine Würde besäßen.  Sein Kredo lautete, dass wir Menschen Mitgeschöpfe seien! Auch das Fürbittengebet widmete er schwerpunktmäßig den Tieren. Zum Schluss lud er die Tierhalter mit ihren Lieblingen zum gemeinsamen Segen sogar in den Altarbereich ein.
Den Predigttext und die Fürbitte werden wir hier veröffentlichen, sobald uns beides übermittelt wurde. 

Rückblick 5:
Mahnwache anlässlich des 37. Deutschen Evangelischen Kirchentags in Dortmund vom 19. bis 23.06.2019
Mit dankenswert entgegenkommender Hilfe und einem ungewöhnlichen Vorschlag der Dortmunder Polizei konnten wir unsere geplante Mahnwache vom 20. bis 22. Juni in der Fußgängerzone der Innenstadt in der Petergasse Ecke Westenhellweg durchführen.              
Drei Kurzberichts finden Sie hier.

Rückblick 4:
Grenzaktion mit Treckern  –  25.01.2019 bei Aachen
Berichte finden Sie bei:
Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL)
Lesen Sie hier die verabschiedete
Gemeinsame europäische Bauernerklärung


Rückblick 3:

Im Zusammenhang mit der Internationalen Grünen Woche (IGW) im Januar fanden zwei Demonstrationen / Kundgebungen statt.
1.1. Die „Vereinigung des Emsländischen Landvolkes“ e.V. (VEL) rief in Verbindung mit einem Ausflug zur IGW in Berlin zur Teilnahme an einer Kundgebung auf, die Teil der vom Deutschen Bauernverband initiierten dezentralen Veranstaltungsreihe unter dem Motto „Dialog statt Protest“ sein sollte. 145 in rote Plastik-Overalls gekleidete TeilnehmerInnen sollten die Zahl der heute von einem Landwirt ernährten Menschen in Deutschland symbolisieren sollten. Es kamen ca. 200 TeilnehmerInnen (laut „Land und Forst“  sogar nur 150).
1.2. Dem Aufruf des Agrarbündnisses „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ folgten dagegen laut Veranstalter 35.000 Menschen. Unter Berufung auf die Berliner Polizei, die offiziell keine Teilnehmerzahlen bekannt gibt, berichtete die „Land und Forst“ von nur 12.000 Teilnehmern … aber das kennen wir leider schon!)
Lesen Sie unsere Pressemitteilung zu beiden Veranstaltungen
Banner: Bauernhöfe statt Agrarfabriken, Jan 2019
Tafel: Wachse oder weiche!, Jan. 2019
Tafel: Gegen Preisdumping
Foto 1, Foto 2, Foto 3, Foto 4

Rückblick 2:

Einen Bericht über die vom Deutschen Tierschutzbüro initiierte DEMO vor dem Skandal-Schlachthof in Oldenburg am 08. Dezember 2018 finden Sie auf der Homepage des Vereins.
An dieser Stelle erinnert die AGfaN an ihre seit vielen Jahren erhobene Forderung nach
1. einem Rotationssystem für Amtsveterinäre, damit diese nicht schleichend in die Abhängigkeit der Tierhaltungsindustrie und Schlachtunternehmen geraten können.
2. Ein Supervisionssystem, durch das emotionale Belastungen aufgefangen und der Gefahr von Abhängigkeiten vorgebeugt werden kann.
Informationen zur „Supervision“ in diesem Sinne erhalten Sie hier
Verfasser: Eckard Wendt

Rückblick 1:

Wir haben Agrarindustrie satt!
DEMO und Umzug in Oldenburg / Old 23.03.2019, 11:00 Uhr
Den Bericht des Agrarbündnisses, dem auch die AGfaN angehört, finden Sie hier: www.agrarbuendnis-niedersachsen.de/demonstration-in-oldenburg.html 

Rundbrief  2018

Liebe Besucher unserer Homepage!
Auch in diesem Jahr stellen wir Ihnen unseren Rundbrief hier zur Information zur Verfügung. Wie Sie dem Inhaltsverzeichnis auf der letzten Seite entnehmen können, haben wir uns bei der thematischen Zusammenstellung viel Mühe gegeben. Wir sind uns sicher, dass Sie für Sie selbst und zur Weitergabe im Familien- Freundes- und Bekanntenkreis interessante Beiträge finden werden. Wenn Sie Fragen an uns oder Anregungen für uns haben, schicken Sie uns bitte eine E-Mail: info (at) tierschutz-landwirtschaft.de
RUNDBRIEF 2018

Rundbrief 2017

Liebe Mitglieder und Förderer der AGfaN!
Das vergangene Jahr war aus Sicht des Tierschutzes sehr turbulent. Es gab hoffentlich im Verfahren gegen den Niederländer Adriaan Straathof vor dem Oberverwaltungsgericht in Magdeburg ein abschließendes Urteil bezüglich der Gesetzwidrigkeit der Kastenstände in Verbindung mit einem Haltungsverbot. Die in der Vermehrungsstufe bei Sauen üblichen, engen Käfige wurden, argumentativ von Wissenschaftlern unterstützt und von willfährigen Veterinärbehörden geduldet. Dies geschah, obwohl sie dem Geist unseres Tierschutzgesetzes widersprachen, indem die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung unter Bezug auf § 2, 2. des Tierschutzgesetzes alle Aufstallungsformen ermöglichte, die „die Bewegungsmöglichkeit des Tieres zu artgemäßer Bewegung nicht so einschränken, dass ihm Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden“. (…)
Download Rundbrief 2017 (PDF)

Rundbrief 2016
Liebe Mitglieder und Förderer der AGfaN!
Es tut sich endlich etwas im Hinblick auf den Schutz der landwirtschaftlich genutzten Tiere. Das ist zum Teil das Ergebnis der durch viele Tierschutzverbände geleisteten Aufklärungsarbeit, die massiv durch entlarvende Fernsehdokumentationen nachhaltig unterstützt wird. Die AGfaN beanstandet insbesondere die völlig unzureichenden, tierfeindlichen gesetzlichen Mindeststandards und die auf ihnen beruhende Praxis. Tierschutzdefizite sind oft Folge unscharfer gesetzlicher Definitionen und von Schlupflöchern in den Gesetzen, die eifrig genutzt werden. Wir informieren in den Beiträgen dieses Rundbriefes wieder über solche Zusammenhänge. (…)
Download Rundbrief 2016 (PDF)

AGfaN beteiligt sich an Mahnwache vor dem Schweinehochhaus

AGfaN beteiligte sich an der Mahnwache vor Schweinemassentierhaltung:
Das Deutsche Tierschutzbüro rief erneut zu einer Protestveranstaltung vor dem Schweinehochhaus in Maasdorf / Sachsen-Anhalt auf. Einige Mitglieder unseres Vereins nahmen zur Unterstützung daran teil.
Download Demo vor Schweinehochhaus,22.04.18 (PDF)
Demo Schweinehochhaus Maasdorf, AGfaN-Mitglieder

Einen Bericht des Veranstalters finden Sie unter:
www.tierschutzbuero.de

AGfaN beteiligte sich an der Mahnwache vor Schweinemassentierhaltung

Betäubungslose Kastration:
Pressemitteilung zur Bundesratssitzung am 21.09.2018

AGfaN beteiligte sich an der Mahnwache vor Schweinemassentierhaltung:
Das Deutsche Tierschutzbüro rief erneut zu einer Protestveranstaltung vor dem Schweinehochhaus in Maasdorf / Sachsen-Anhalt auf. Einige Mitglieder unseres Vereins nahmen zur Unterstützung daran teil.
Demo vor Schweinehochhaus,22.04.18
Demo Schweinehochhaus Maasdorf, AGfaN-Mitglieder

Einen Bericht des Veranstalters finden Sie unter:
www.tierschutzbuero.de

Download „Demo vor Schweinehochhaus“ (PDF)

Rinder: Hörner Ja oder Nein?

Allgemein üblich, aber sehr umstritten ist das Entfernen der Hörner von Rindern. Durch das Vorbild der „Demeter“-Betriebe, die Ablehnung der der Maßnahme seitens der Tierfreunde sowie des organisierten Tierschutzes, zu dem auch die AGfaN gehört, wird weiterhin darüber diskutiert.
Lesen Sie bitte unseren Beitrag dazu:
Enthornung

WA vom 03.01.2017, S. 4, Gemeinsam agieren für mehr Wertschätzung

Thema: Herkunftskennzeichnung für tierische Produkte
Nach jahrelangen entsprechenden Forderungen seitens der Tier- und Verbraucherschützer sowie mehr als 10 Jahre nach Einführung der Eierkennzeichnung, die sich als Erfolgsmodell erwies, tut sich der Gesetzgeber in Form des Landwirtschaftsministeriums immer noch schwer, statt der freiwilligen Kennzeichnung im Rahmen der „Initiative Tierwohl“ (ITW) endlich Nägel mit Köpfen zu machen und klare gesetzliche Festsetzungen einzuführen. Die Folge sind immer mehr Label von Discountern und zwei Tierschutzverbänden. Das ist alles andere als hilfreich, weil es allenfalls dem Handel dient, jedoch auf die Kunden wie „Nebelbomben“ wirkt.
Wir halten es für sinnvoll, dass Verbraucher nicht mit ihren Wünschen hinter den Berg halten, sondern Parteien und Regierungen durch entsprechende Forderungen auf Trapp zu bringen. Ein Mittel in diesem Sinne sind Leserbriefe. Nachstehend finden Sie einige Beispiele.
2019
Eckard Wendt, Winsener Anzeiger und Landeszeitung (Lüneburg), Jan.2019

2018
Eckard Wendt, Süddeutsche Zeitung, Herkunftskennzeichnung,13.03.18
Eckard Wendt, Tagesspiegel (Berlin), Febr. 2018

Zum notorischen Gejammere des Bauernfuktionärs Werner Hilse
Sehr geehrte Damen und Herren!
Bauernfunktionär Hilse meint, die Landwirte sollten für mehr Wertschätzung in der Bevölkerung kämpfen. Werben wäre der angemessenere Ausdruck. Doch wie ist das möglich, solange der Deutsche Bauernverband die Landwirte auf wirtschaftliches Wachsen und damit auf Konkurrenz polt? Auch er weiß doch, dass das Wachsen des einen sehr oft das Weichen eines anderen, also dessen Betriebsaufgabe, zur Folge hat. Wie dabei Solidarität aufkommen kann, sagt er allerdings nicht.
Offenheit und Ehrlichkeit sind Voraussetzung für den Dialog mit den Bürgern. Gut, einige Landwirte praktizieren dies, wie z. B. Familie Benecke in Scharmbeck. Es gibt wenige Ställe, in die Einblick gewährt wird, dies  aber in der Regel nur nach vorheriger Terminabsprache. Wenn überhaupt sind bei Masthühnern allerdings meistens nur Jungtiere zu sehen oder es wird ein verfälschter Eindruck vermittelt, indem der Bestand nach dem „Vorgreifen“ zwecks Schlachtung um den 28. Masttag, also nach Verringerung der Besatzdichte gezeigt, damit der Laie ja nur nicht die gegen Ende der Mastperiode herrschende Enge sieht.
Den einzig richtigen Weg hat meines Wissens erst ein deutscher Geflügelmäster nach dem Vorbild niederländischer Schweinehalter (Aktion „Kom varkens kijken“ / „Komm Schweine ansehen“, www.stapindestal.nl) beschritten. Bei Stefan Teepker in Handrup (Emsland) kann man jederzeit, also rund um die Uhr(!), von einem Besucherraum aus die Lebensbedingungen der Masthühner anschauen (Kurzbericht: http://www.agrarheute.com/dlz/news/oeffentlichkeitsarbeit-blick-haehnchenmast; ausführlich im „dlz magazin“, Nr. 11 / 2016, S. 32 – 34; www.facebook.com/kiekinbox).
Herr Hilse behauptet auch dieses Mal: „Nie zuvor waren unsere Viehställe so tierfreundlich …“. Damit verschweigt er die Probleme, die längst auch unter Tierhaltern diskutiert werden. Nennen will ich hier die Klauen- und Fundament- (Skelett)probleme in den modernen einstreulosen Ställen, in denen die von Natur aus für weiche Böden eingerichteten Rinder und Schweine auf harten Betonböden zu leben gezwungen werden. Ihm sei deshalb dringend empfohlen, diesbezüglich die Fachliteratur zu studieren, z.B. „Krankheitsursache Haltung“ von Prof. Thomas Richter u.a. (2005), „Klauengesundheit bei Zuchtsauen“ von Prof. Martin Ziron (Verlag der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, DLG), „Klauengesundheit beim Rind“ von Dr. Andrea Fiedler u.a. („aid infodienst“ Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz e.V., der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft finanziert und am 3.11.16 aufgelöst und z. T. der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung angegliedert wurde).
Eckard Wendt

Wochenblätter vom 07.01.2016, S. 1 (plus S. 14 bzw. 6), „Nitrat im Grundwasser – wie gefährlich ist es“

LB 002/ 2016

Einen nicht unwesentlichen Anteil an der Oberflächen- und Grundwasserbelastung mit Nitrat hat die Massentierhaltung besonders dann, wenn sie gewerblich, also flächenunabhängig, betrieben wird, so dass für die Entsorgung die Nutzung fremder Ackerflächen in Anspruch genommen werden muss … wenn alles korrekt läuft. Fakt ist auch, dass durch die Futtermittelimporte mehr Nährstoffe eingeführt, als durch tierische „Veredelungsprodukte“ exportiert werden. Dadurch fällt mehr Dung an, als hier unter ökonomischen Bedingungen, also ohne widersinnig weite Transporte, sinnvoll eingesetzt werden kann. Auch die Entlastung durch die Biogasanlagen, in denen zu 50% Gülle verarbeitet wird, reicht offenbar nicht, um Überschüsse zu vermeiden.
Die Niederlande zahlten schon vor Jahren Prämien an Massentierhalter, wenn sie die Tierzahlen reduzierten, weil der maximal geduldete Nitratgehalt des Grundwassers von 50 mg/l großflächig überschritten wurde. Daraufhin emigrierten Adriaan Straathof und andere Massentierhalter nach Deutschland, wo sie besonders in Brandenburg und Sachsen-Anhalt mit offenen Armen aufgenommen wurden. Schon damals war nicht nur Umweltschützern klar, wohin das führen würde.
Wir kommen letztlich also allein schon aus Gründen des Umweltschutzes nicht umhin, Abschied von der Exportorientierung der Nutztierhaltung zu nehmen. Die Devise muss sein: Mit regionalen Futtermitteln für den heimischen Bedarf produzieren!
Mit freundlichem Gruß
Eckard Wendt
Vorsitzender, Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V., Auf der Geest 4, 21435 Stelle Tierschutz-Tel.: 04174-5181, Internet: www.agfan.org

Rundbrief 2015/2

Liebe Mitglieder, Förderer und Freunde der AGfaN!

Nun haben Sie unseren neuen Rundbrief in Händen. Es ist der zweite in diesem Jahr. Wir hoffen, dass Sie darin für Sie interessante Informationen finden und An- regungen für ihr persönliches Tierschutzengagement.

Weil der Druck seitens der Tierschützer und ihrer Organisationen in den vergan- genen Jahren und Monaten auf die Politik stetig zunahm, konnte Vieles bewegt werden. Die daraus resultierenden Konsequenzen fielen je nach politischer Ebene unterschiedlich aus. Leider ziehen nicht alle Bundesländer mit und auch Regierung und Bundestagsmehrheit gefallen sich im Blockieren. Richtungswei- send war der „Landeskodex Schleswig-Holstein zum Verzicht auf das Schlachten hochtragender Rinder“ vom Dezember 2014. Hierüber berichteten wir im Rundbrief 1 / 2015 auf S. 13f. Einen Nachtrag finden Sie jetzt auf S. 8. Bewe- gung kam aber auch sonst in die Tierschutzdiskussion, weil Zeitvorgaben z. B. des Niedersächsischen Tierschutzplans drängen: Ende des Kupierens der Schwänze bei Schweinen, Weidehaltung von Rindern und Weidemilchpro- gramme, Tötung nicht lebensfähiger Ferkel …

Von der Politik erwarten wir klare Aussagen. Die von Bundesminister Schmidt im Rahmen seiner Tierwohl-Initiative „Eine Frage der Haltung“ propagierte „Verbindliche Freiwilligkeit“ lehnen wir ab.

Ich wünsche Ihnen schöne Weihnachtstage und ein gutes neues Jahr.
Eckard Wendt, Vorsitzender

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Rundbrief 2015/1

Liebe Mitglieder und Förderer der AGfaN!

Früher als in den vergangenen Jahren erhalten Sie jetzt unseren Rundbrief. Das liegt daran, dass wir Sie in Zukunft zweimal im Jahr informieren möchten. Wir hoffen, dass Sie beim Lesen viele neue Anregungen und Argumente für Ihren Einsatz zum Wohle der Nutztiere erhalten.

Oft werden wir gefragt, ob denn unser Engagement überhaupt etwas gebracht habe, denn die Nutztiere litten doch immer noch. Nun, in den vergangenen dreißig Jahren konnten wir zusammen mit anderen Verbänden und mit zunehmender Unterstützung durch die Medien viel erreichen. Der Tierschutz ist inzwischen in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Die Bürger hinterfragen zunehmend die schönfärberischen Lobeshymnen des Bauernverbands, der sichtlich nervös gewor- den ist. Er und andere Lobbyverbände der Nutztierhalter versuchen inzwischen offensiv in die Öffentlichkeit zu gehen, wobei aber immer noch weitaus mehr ver- heimlicht als inhaltlich auf die vom Tierschutz angeprangerten Missstände kon- struktiv eingegangen wird. Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, die Behaup- tungen des Bauernverbands auch in Zukunft kritisch zu hinterfragen, weil von ihm weiterhin das Leiden der Tiere unter den Teppich gekehrt wird.

Das gilt auch für die „Initiative Tierwohl“, die von den großen Discountern Anfang Juni stark beworben wurde. Seit Januar 2015 zahlen die Beteiligten des Lebens- mitteleinzelhandels je Kilogramm Schweinefleisch und Schweinefleischprodukt vier Cent in einen Topf, aus dem

Landwirte Prämien für ihren Mehraufwand an Zeit und Material sowie die Mindereinnahmen wegen der z. B. aus dem Kriterienkatalog ausgewählten geringeren Besatzdichte bekommen. Fakt ist, dass der Kunde nicht erfährt, ob das Schweinefleisch und die Schweinefleischprodukte, die er kauft, von besser gehaltenen Tieren stammen, weil es kein Tierwohl-Siegel gibt. Selbst die Tierhalter beginnen zu murren, denn von 4600 Bewerbern wurden nur 2150 ausgewählt. Bezogen auf die etwa ca. 27.100 schweinehaltenden Betriebe sind das weniger als 8%! Die Initiative Tierwohl ist in der jetzigen Form nichts als eine neue Variante der branchenüblichen Nebel- bomben, mit der die tierschutzbewegten Verbraucher beruhigt und der Trend zur Reduzierung des Fleischkonsums gestoppt werden sollen.

Ich wünsche Ihnen eine erholsame Ferienzeit und grüße Sie herzlich
Eckard Wendt

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Rundbrief 2014

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer der AGfaN!

In den vergangenen Monaten, ja, das ganze Jahr über haben sich die Ereignisse zeitweise geradezu überschlagen. Auf alle einzugehen, ist im Rahmen unseres Jahresrundblicks schier unmöglich. Deshalb beschränken wir uns auf eine Auswahl in der Hoffnung, Sie mit dem einen oder anderen Beitrag an wichtige Vorgänge zu erinnern oder auf Zusammenhänge hinzuweisen.

So hat sich erstaunlich viel in der Diskussion um mehr Tierwohl getan: Ausgangspunkt war der „Tierschutzplan Niedersachsen“, der 2011 von Minister Lindemann (CDU) vorgestellt wurde. Andere Länderminister folgten, so auch Dr. Habeck (Grüne) mit seinem „Runden Tisch Tierschutz in der Nutztierhaltung“, in dem ich seit Beginn 2013 mitarbeite. Vorläufiger Höhepunkt ist die Tierwohl-Initiative von Bundesminister Christian Schmidt (CSU) mit dem Titel „Eine Frage der Haltung – Neue Wege für mehr Tierwohl“, bei der er sogar auch den Begriff „artgerechte Tierhaltung“ verwendet. Näheres hierzu finden Sie unter:www.bmel.de/DE/Tier/Tierschutz/Tierwohl/_texte/Tierwohl.html. Den Anfang mach- te der Deutsche Tierschutzbund während der Internationalen Grünen Woche 2012 mit seinem „Für mehr Tierschutz“-Siegel mit einem Stern in der Eingangsstufe und zwei für noch bessere Haltungen mit Neuland-Standard (www.tierschutzbund.de/ tierschutzlabel.html). Der Absatz war enttäuschend, auch weil das Konzept nicht von allen im Tierschutzbund organisierten Tierschützern gutgeheißen wurde, son- dern teils auf vehemente Ablehnung stieß. Zu allem Überfluss ging der Tierschutz- bund vor wenigen Wochen eine Kooperation mit ALDI, EDEKA, Netto Marken- Discount und Rewe ein, also eine Allianz mit den Giganten des Lebensmittelein- zelhandels, die durch ihre Niedrigpreise um Kunden werben und so die Erzeugerpreise drücken! Da noch nicht alle diese Discounter beliefert werden konnten, bleibt zu hoffen, dass der Tierschutzbund doch noch zur Besinnung kommt. Schließlich weiß er doch selbst nur zu gut, dass die Niedrigpreiskampagnen der Discounter zu Lasten der Erzeuger, also der die Tiere haltenden Landwirte gehen (siehe Pressemitteilung vom 14.9.2014:www.tierschutzlabel.info/presse/presse meldungen/170914- tierwohl-offensive/). Vier Pfoten kreierte sein Siegel „Tier- schutzkontrolliert“, das ich allerdings noch nicht im Handel angetroffen habe (www.vier-pfoten.de/service/guetesiegel/). Die Tierhalter folgten mit ihrer „Branchenlösung“, die aber nur Prämien für die Halter vorsieht, nicht jedoch Transparenz für die Verbraucher, die deshalb beim Einkauf nicht erkennen können, ob das Tier, von dem sie Fleisch erwerben wollen, auch tatsächlich aus einer etwas besseren Haltung als üblich stammt. Diese Vorgehensweise stößt bei uns Tierschützern auf strikte Ablehnung. Wir wissen aufgrund der Erfahrungen mit der Eierkennzeichnung ab 2004, dass eindeutige Zuordnungen unerlässlich sind, damit die Verbraucher mitziehen (www.topagrar.com/Initiative_Tierwohl-974304.html).

Wichtig ist aus unserer Sicht, dass alle Tierfreunde beim Einkauf von Produkten tierischen Ursprungs darauf achten, Neuland- oder Bio-Ware zu kaufen.
Nach Schmidts Ernennung gratulierten wir ihm und baten um die Neuauflage des Runden Tisch Tierschutz im Bundeslandwirtschaftsministerium, der unter Minister Seehofer (CSU) nur einmal zusammenkam und von Ministerin Aigner (CSU) überhaupt nicht einberufen wurde. Jetzt hoffen wir, dass die Treffen mindestens einmal im Jahr und bei besonderem Bedarf öfter stattfinden werden. Bei der ersten Zusammenkunft am 21.10.2014 wies ich unter Bezugnahme auf das Schweine- mobil auf dem ErlebnisBauernhof der IGW auf die Täuschungsmanöver der Lobbyverbände gegenüber Besuchern und gegenüber seinem Vorgänger, Minister Friedrich, im Januar 2014 hin. Beachten Sie hierzu auch die Seite 26.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen im Namen des Vorstands der AGfaN ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr 2015.
Eckard Wendt, Vorsitzender

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Rundbrief 2013

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer der AGfaN!

Ein ereignisreiches, ja, turbulentes Tierschutzjahr geht zu Ende. Zwei Themen sorgten in Tierschutzkreisen für Aufregung und Empörung: die neuen Eckwerte für die Putenmast und mehrere Tierschutzprogramme für die „Fleischproduktion“, in denen Vertreter einiger Tierschutzorganisationen mit den Wirtschaftsbeteiligten, namentlich einigen Schlachtunternehmen (VION, Westfleisch), Integratoren der Geflügelmast (Wiesenhof) und Lebensmitteleinzelhandel (LEH) kooperieren. Wegen weiterhin bestehender, erheblicher Tierschutzdefizite wie Schnabelkürzen und CO2-Betäubung, kam es zu langandauernder und heftiger Kritik. Darüber berichten wir in diesem Heft ebenso wie über zahlreiche andere Themen. Wir gehen nicht ein auf den Skandal wegen der Überschreitung der zulässigen Besatzdichten bei Legehennen und die mangelhafte Gestaltung vieler oft zu kleiner Ausläufe, bei denen die in den Genehmigungsunterlagen ausgewiesenen Flächen den Hühner nicht zur Verfügung gestellt wurden. An dieser Stelle sei dem „Einzelkämpfer“ Matthias Rackwitz für seine unermüdlichen Recherchen mithilfe von Google Earth und vielen Inaugenscheinnahmen vor Ort gedankt! Er wies nach, was von offizieller Seite des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES in Oldenburg) schon vor Jahren geargwöhnt wurde und auch wir immer wieder erlebten, wenn z.B. bei privaten Besichtigungen und auch bei Exkursionen im Rahmen von Fachtagungen berichtet wurde, dass zu Beginn der „Nutzungsperiode“ etwa 10% mehr Tiere eingestallt werden, damit nach 12 Monaten aufgrund der verendeten Tiere in etwa der zulässige Höchstwert eingehalten wird. Von dieser Erfahrung unterrichteten wir in der Vergangenheit wiederholt bei Anhörungen und Gesprächen etliche Ministe- rialbeamte und sogar Minister, die aber ebenso wenig einschritten wie nach der Veröffentlichung durch das LAVES. Sie, liebe Leser, werden nun fragen, warum wir keine Anzeigen erstatteten. Nun, einen Tierhalter anzuzeigen, der uns tiefe Einblicke in die gängige Praxis gewährt, halten wir für unfair, weil wir davon ausgehen, dass andere, die uns nicht empfangen und berichten, es wahrscheinlich noch viel schlimmer treiben. Außerdem wäre die Beweislage schwierig, weil wir die vorhandenen Tiere ja nicht zählen können und von Insidern gesagt bekamen, dass mit zwei Rechnungen gearbeitet werde, von denen eine mit der genehmigten

Tierzahl dem Veterinäramt vorgelegt und beide zusam- men beim Finanzamt einge- reicht werden. Da aus Grün- den des Betriebsgeheim- nisses kein routinemäßiger Datenabgleich zwischen den beiden Verwaltungen vorge- nommen wird, sind die Ge- setzesbrecher zulasten der in ihrer Gewalt befindlichen Tiere stets auf der sicheren Seite.

Seit nunmehr drei Jahren setzen wir uns dafür ein, dass Rinder und Schafe, die im Sommer auf der Weide leben dürfen, Schutz gegen die Sommerhitze erhalten. Ab etwa 25 bis 30 Grad im Schatten leiden Rinder erheblich und bei ca. 50 Grad in der Sonne unerträglich. Sie suchen dann Schattenplätze auf, sofern diese für sie erreichbar sind. Auf dem Foto der Titelseite ist deutlich zu erkennen, dass sich die in Stallnähe gehaltenen Milchkühe gerne auf den feuchtkühlen Marschboden im Schatten der hohen Eichen am Rand der Weide legen. Bedauerlicherweise nahm sich die seinerzeitige Kieler Ministerin, Frau Dr. Rumpf, dieses Themas nicht an und ihr Nachfolger, Minister Habeck, scheint auch noch vor der Lobby zu kuschen.

Im Namen des Vorstands der AGfaN wünsche ich Ihnen schöne Feiertage und für das neue Jahr alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen
Eckard Wendt, Vorsitzender

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Rundbrief 2012

Liebe Mitglieder, Freunde und Förderer der AGfaN e.V.

Ein turbulentes Tierschutzjahr neigt sich dem Ende entgegen. Gekenn- zeichnet war es durch den stetig zunehmenden Widerstand der Bürge- rinnen und Bürger, die sich direkt von einer der vielen neu beantragten Massentierhaltungsanlagen bedroht sehen, die insbesondere dem Nachschub an „Tiermaterial“ für die Hühner-Großschlachthöfe von Rothkötter (Haaren und Wietze) sowie Wesjohann („Wiesengold“ in Möckern) dienen sollen. Sie schlossen sich zu lokalen Bürgerinitiativen zusammen. Der so entstandene Flickenteppich bedurfte der Struktu- rierung. Nach der Etablierung des bundesweiten Zusammenschlusses „Bauernhöfe statt Agrarfabriken“ kam es 2012 zur Gründung dreier Landesbündnisse in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Meck- lenburg-Vorpommern, die die Aktivitäten insbesondere im Hinblick auf die Landespolitik bündeln. Damit wurde der Informationsfluss deutlich verbessert, wovon insbesondere die neu gegründeten Bürgerinitiativen profitieren, weil sie durch die Vernetzung leichter kompetente und versierte Ansprechpartner finden können. Die AGfaN e.V. ist Grün- dungsmitglied des Landesbündnisses Niedersachsen. Die Homepage finden Sie unter http://www.agrarbuendnis-niedersachsen.de). Dies führte am 10. 11. 12 in Hannover eine beeindruckende Großdemon- stration mit über 2000 Teilnehmern durch, an der sich auch AGfaN- Mitglieder beteiligten.

Nach der Initialveranstaltung 2010 anlässlich der „Internationalen Grü- nen Woche“, zu der nur wenige 100 kamen, beteiligten sich an der ersten „Wir haben es satt!“ Demonstration in Berlin 2011 bereits über

20.000 Landwirte und Verbraucher, Umwelt- und Tierschützer aus der ganzen Bundesrepublik. Erstaunlich, dass diese große Zahl 2012 mit 23.000 noch übertroffen werden konnte. Das schmeckte natürlich dem Bauernverband nicht. So verkündete sein Vorsitzender, es seien nur etwa 5000 Personen gewesen, die quasi als Trittbrettfahrer ihr Süpplein anlässlich der Internationalen Grünen Woche kochen wollten. Er nann- te für die Zahl einen Agrarjournalisten als Quelle, der sich wiederum auf die Berliner Polizei als Quelle berief. Als ich ihn darauf aufmerksam machte, dass die Pressestelle der Polizei keine Angaben zu Teilneh- merzahlen herausgibt, meinte er dreist, er dürfe mir aus Gründen des Informantenschutzes nicht sagen, von wem er die Zahl erhalten hatte. Das ist übelster Journalismus, der allein der Stimmungsmache gegen die berechtigten Anliegen der Demonstranten und der Beruhigung der auf die Linie des Bauernverbands „eingenordeten“ Landwirte dient. Wir sind sicher, auch in diesem Fall hatten Lügen kurze Beine! Nun kommt es darauf an, dass wir bei der nächsten bundesweiten Groß-Demon- stration, die am 19.1.2013 wieder in Berlin vom Agrarbündnis durch- geführt werden wird, noch mehr Mitstreiter zur Teilnahme bewegen können.

Nachdem wir im vergangenen Jahr in Anspielung auf die volksverdummende Imagekampagne des Bau- ernverbands mit dem Titel „Arbeit mit Leidenschaft“ eine Poster-Serie mit 18 Motiven unter dem Titel „Arbeit, die Leiden schafft!“ zur Verfügung gestellt hatten (s. S. 1 das 2. Foto von oben), folgten dieses Jahr unter der Überschrift „Sie entscheiden, wie unsere Nutztiere gehalten werden: So oder so?“ vier Banner zur Schweinevermehrung und Schweinemast sowie zur Puten- und zur Hühnermast, die wir zu vielen Diskussionsveranstaltungen, Demonstrationen und Mahnwachen mitnahmen. Diese Reihe wird in den kommenden Wochen ergänzt werden.

Viele Aktive unseres Vereins sind Mitglieder in zahlreichen Bürgerinitiativen, an deren Arbeitstreffen und Aktionen sie sich mit Fachkompetenz und unter großem Zeitaufwand beteiligen.

Für diesen Rundbrief haben wir wieder etliche, für Sie hoffentlich interessante Beiträge zusammengestellt. Dabei haben wir bewusst darauf verzichtet, auf aus den Medien hinreichend bekannte Ereignisse einzu- gehen. Das würde den Umfang dieses Heftes ins schier Unermessliche ausdehnen und zur Folge haben, dass Sie wahrscheinlich viele Seiten als „bekannt“ überschlagen würden.

Im Namen des Vorstandes der AGfaN e.V. und seiner aktiven Mitglieder wünsche ich Ihnen ein gesegne- tes Weihnachtsfest und ein gutes neues Jahr!
Eckard Wendt, Vorsitzender

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Rundbrief 2011

Liebe Mitglieder der AGfaN e.V., liebe Tierfreundinnen und Tierfreunde, liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der AGfaN!
Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Wir Tierschützerinnen und Tierschützer hatten in der Vergangenheit unermüdlich gekämpft und schauten fast immer frustriert zurück. Doch 2011 regte sich die Politik: Im Februar stellte Minister Lindemann seinen „Tierschutzplan“ vor. Aufge- schreckt durch den großen Dioxinskandal folgte kurz darauf Ministerin Aigner mit ihrer „Charta für Landwirtschaft und Verbraucher“. In beide Prozesse wurden neben den Wirtschaftsbeteiligten auch Tierschutzver- bände einbezogen. Trotz unserer frühzeitigen Bewerbungen wurden wir nicht berücksichtigt. Ich vermute, dass wir in der Vergangenheit als nicht kompromissbereit genug in Erscheinung getreten sind.
In diesem Heft finden Sie wieder eine Reihe interessanter Beiträge.
Ich wünsche Ihnen ein gutes neues Jahr und den Nutztieren eine bessere Zukunft.
Eckard Wendt, Vorsitzender

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Rundbrief 2010

Es gibt Ereignisse, die uns Hoffnung auf Besserung der Lebensbedingun- gen der Nutztiere geben und uns Mut machen, in unseren Bemühungen nicht nachzulassen. Hierzu gehört auch das jüngste Urteil des Bundesverfassungsgerichts zur Haltung von Legehennen in den neuen Käfigen vom 12. Oktober 2010 (Az: 2 BvF 1/07). Es hat die Tierschutz-Nutztierhaltungs- verordnung bezüglich der Hennenhaltung im Paragraphen 13 b „für nicht mit dem Grundgesetz vereinbar“ erklärt und damit der Normenkontrollklage von Rheinland-Pfalz stattgegeben

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Kuckucks-Ei „Kleinvoliere“

Legebatterien ade!
Zu Beginn des Jahrtausends kämpften der Zentralverband  der Deutschen Geflügelwirtschaft (ZDG) und die Betreiber von Legebatterien vehement für den Fortbestand der äußerst tierverachtenden und tierquälerischen Legebatterien. Als die Kritik übermächtig zu werden begann, sannen sie auf Pseudo-Lösungen. Heraus kamen dabei der ausgestaltete Käfig mit marginal mehr Platz, einer Noppenmatte aus Kunststoff als Unterlage für das „Legenest“ und den lachhaft niedrigen „erhöhten“ Sitzstangen für bis zu 12 Hennen. Die deutsche Lobby setze sich in diesem Zusammenhang für eine flächenmäßige Erweiterung des Systems ein, in das dann bis zu 60 Hennen eingepfercht werden konnten. Etwa 3% der Legehennen müssen noch heute in diesen Käfigen vegetieren, die in irreführender Weise als „Kleinvolieren bezeichnet wurden..
Wenig bis kein Mitleid können wir für deren Besitzer empfinden angesichts ihres Wehklagens, dass die Käfige nur noch bis 2025 (in besonderen Härtefällen … was sind das für welche?)  bis 2028 betrieben werden dürfen. Aus unserer Sicht ist das viel zu lange, denn eigentlich sollte es ab 2010 überhaupt keine mehr geben. Das wollten jedoch CDU/CSU und FDP nicht, die ab 2005 die neue schwarz-gelbe Bundesregierung bildeten, so dass in den folgenden Jahren immer noch mehr derartige, die Bedürfnisse der Tiere völlig missachtenden Käfiganlagen in Betrieb genommen wurden.
Lesen sie bitte hierzu den Beitrag

Kuckucksei Kleinvoliere