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Bundestagsbeschluss zur betäubungslosen Ferkelkastration (09.11.2018)
Am 09.11.2018 stand auf der Tagesordnung des Bundestags das Thema „Änderung des Tierschutzgessetzes“ (Tagesordnungspunkte ZP 12 bis 14).
         
Anlass war der Antrag der CDU/CSU und der SPD (Drucksache 19/5522), durch den die nach §21 Absatz 1 Satz 1 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) seit Juli 2013 laufende und mit dem 31.12.2018 endende Übergangsfrist für die tierquälerische betäubungslose Ferkelkastration um zwei Jahre bis zum 31.12.2020 verlängert werden soll. In der Darstellung des Problems nennt der Antrag Gründe, die schon längst hätten ausgeräumt werden können, wenn Ex-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (2014 bis 2018) seine Hausaufgaben gemacht hätte und nicht der Verzögerungstaktik des Deutschen Bauernverbands und der Tierhalter-Lobby gefolgt wäre:
„Eine Verschiebung der Frist ist zwingend erforderlich, da die derzeit verfügbaren Alternativen zur betäubungslosen Kastration den Anforderungen der Praxis nicht gerecht werden.“

Die AfD brachte einen Antrag (19/5533) mit dem Ziel ein, die Kastration unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) mittels Lidocain zuzulassen, wenn die anwendenden Personen entsprechend geschult wurden.
Anmerkung: Der warnende Hinweis der Tierärzteschaft, dass die Lokalanästhesie wegen der notwendigen mehrfachen Einstiche bis zum Einsetzen der Wirkung sehr schmerzhaft sei, war entweder nicht bekannt oder wurde ignoriert, was darauf hindeutet, dass sich die Antragsteller nicht ausreichend informiert hatten.

Der Antrag der Bündnisgrünen (19/5564)  ist sehr umfangreich und verlangte eine umfassende „struktuelle Verbesserungen des Tierschutzgesetzes“ und sicherzustellen, dass nur „nach deutschen Tierschutzstandards kastrierte Schweine in den deutschen Handel gelangen“.

Die Redebeiträge können zumindest jetzt noch im Internet über folgende Adresse nachgehört werden:
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw45-de-tierschutzgesetz/577236
Sitzungsprotokoll:  http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/19/19061.pdf

Beschluss: Die Anträge wurde wurden an den Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft überwiesen.

Pressemitteilung der AGfaN e.V.

Hannover
Am 08.10.2018 gab Ministerin Barbara Otte-Kinast in Hannover eine Pressekonferenz mit Schwerpunkt Ferkelkastration
Lesen Sie hier einen Kurzbericht darüber und einen Kommentar dazu.

Schlachthof-Skandale

Hinweis: Bei nummerierten Einträgen steht der neueste Eintrag oben, der älteste unten.

1. Oldenburg (Oktober 2018)
Erstmal reagiert ein Schlachthof (GK Oldenburg GmbH & Co. KG), der von Tierrechtlern (Deutsches Tierschutzbüro) wegen gravierender Tierschutzverstöße angezeigt wurde, mit einem Schuldeingeständnis, das allerdings leider dahingehend relativiert wurde, dass die Schuld den von Betrieb eingesetzten Subunternehmen angelastet wurde.  Wir sind der Meinung, dass jedem Schlachthofbetreiber die Oberaufsicht obliegt und er deshalb verpflichtet ist, den Arbeitsablauf zu kontrollieren und dadurch die Einhaltung der gesetzlichen Mindeststandards sicherzustellen … auch hinsichtlich des Tierschutzes.
Lesen Sie hierzu den Bericht der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) vom 08.11.2018:
http://www.waz-online.de/Nachrichten/Der-Norden/Tierquaelerei-in-Oldenburg-Aufnahmen-zeigen-Zustaende-in-Schlachthof
Hierzu schrieb der Vorsitzende der AGfaN einen Leserbrief, der an mehrere Zeitungen verschickt wurde: Schlachthof Oldenburg
Das bemerkenswerte Eingeständnis des Schlachthofbetreibers mit Datum vom 06.11.2018 finden Sie hier 14153-pressemeldung_gk_oldenburg_181106

2. Bad Iburg (Oktober 2018)
Dieses Mal wurden erfreulicherweise die Behörden von den Tierrechtlern, (Deutsches Tierschutzbüro) umgehend eingeschaltet. Erstaunlicherweise reagierte sogar das Landwirtschaftsministerium in Hannover sofort und griff allem Anschein nach konsequent ein.
Bitte lesen Sie hier die
Pressemitteilung des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums
und
den Leserbrief unseres Vorsizenden (ungekürzt erschienen im Winsener Anzeiger)

 

Gedanken zum Welt-Milchtag 2018

Appell zur Beendigung der tierquälerischen Kastration der Eberferkel
Im Zusammenhang mit der am 21.09.2018 stattfindenden Bundesratssitzung wird auch der Antrag Bayerns auf der Tagesordnung stehen, in dem eine Fristverlängerung für die betäubungslose Katration von Eberferkeln gefordert wird, die gemäß dem Tierschutzgesetz in der geänderten Fassung vom Juni 2013 nur noch bis zum 31.12.2018 erlaubt ist. Deshalb wandten wir uns mit inhaltlich weitgehend gleichlautenden Briefen per Einschreiben mit Rückschein an den Bayerischen Ministerpräsidenten, Landwirtschaftsministerin Kaniber und Verbraucherschutzminister Hauck, sowie an die Bundesländer, die Bayerns Antrag unterstützten (Baden-Württemberg und Hessen. Eigentlich hätten gleiche Schreiben auch an Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen geschickt werden müssen, aber das schafften wir leider aus Zeitgründen nicht.

Brief an die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber

Wir wandten uns ebenfalls an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

Gedenktage
Es gibt sinnvolle Gedenktage mit hehren Zielen wie zum Beispiel den Weltfrauentag (8. März) oder den Holocaust-Tag (27. Januar), an denen besonderer Ereignisse gedacht oder an Defizite im Sozialen erinnert wird.
Aber es gibt auch Tage, die in erster Linie zur Absatzförderung eingerichtet wurden. Zu diesen gehört der sogenannte „Weltmilchtag“ (1. Juni), der auf Betreiben des Internationalen Milchwirtschaftsverbands (IDF) von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) etabliert wurde.
Stellungnahme zum Welt-Milchtag 2018

Landwirtschaftliche Nutztierhaltungen besser kontrollieren – AGfaN nimmt Ministerin Julia Klöckner beim Wort und unterbreitet Vorschläge

Mit einem Brief dankte die Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. (AGfaN) Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner für ihre öffentlich bekundete Absicht, sich gegenüber den Ländern für häufigere Kontrollen der Nutztierhaltungen durch die jeweils zuständigen Veterinärämter einsetzen zu wollen. Deshalb komme es darauf an, die bisher systemimmanenten Schwachstellen zu beseitigen, so dass nicht nur die Kontrolldichte, sondern auch die Effizienz erhöht werden kann.

Lesen sie hier den Brief an Ministerin Klöckner.
Übersetzung für englischsprachige Besucher

AGfaN beteiligt sich an Mahnwache vor dem Schweinehochhaus

AGfaN beteiligte sich an der Mahnwache vor Schweinemassentierhaltung:
Das Deutsche Tierschutzbüro rief erneut zu einer Protestveranstaltung vor dem Schweinehochhaus in Maasdorf / Sachsen-Anhalt auf. Einige Mitglieder unseres Vereins nahmen zur Unterstützung daran teil.
Download Demo vor Schweinehochhaus,22.04.18 (PDF)
Demo Schweinehochhaus Maasdorf, AGfaN-Mitglieder

Einen Bericht des Veranstalters finden Sie unter:
www.tierschutzbuero.de