Kastration

Kastration der Eberferkel
Eberferkel werden zur Vermeidung des Ebergeruchs, der bei der Erhitzung des Fleisches entstehen kann, kastriert. Diese Amputation darf gemäß unserem Tierschutzgesetz von jedem landwirtschaftlichen Tierwirt (Bauern) noch bis zum Ablauf der fast fünfjährigen Übergangsfrist noch bis Ende dieses Jahres (2018) ohne Betäubung(!) vorgenommen werden. Die Bundesregierung und die Bundestagsmehrheit von CDU, CSU und SPD wollen diese extrem tierquälerische Methode entgegen einem Bundesratsvotum vom 21. September 2018 weitere zwei Jahre erlauben, obwohl es ein in der Schweiz bewährtes Verfahren gibt.

Lesen Sie bitte unseren Bericht über die praxisübliche Kastration ohne Betäubung: Kastration 1

Bericht über die Kastration mittels Inhalationsnarkose mit Isofluran:
Kastration 2

Lesen Sie hier unsere Pressemitteilung zum Beschluss des Bundesrates zum endgültigen Verbot der betäubungslosen Kastration:
Pressemitteilung vom 21.09.2018 

Bundestag
Bundestag
Bundestagsbeschluss zur betäubungslosen Ferkelkastration (09.11.2018)
Am 09.11.2018 stand auf der Tagesordnung des Bundestags das Thema „Änderung des Tierschutzgessetzes“ (Tagesordnungspunkte ZP 12 bis 14).
         
Anlass war der Antrag der CDU/CSU und der SPD (Drucksache 19/5522), durch den die nach §21 Absatz 1 Satz 1 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) seit Juli 2013 laufende und mit dem 31.12.2018 endende Übergangsfrist für die tierquälerische betäubungslose Ferkelkastration um zwei Jahre bis zum 31.12.2020 verlängert werden soll. In der Darstellung des Problems nennt der Antrag Gründe, die schon längst hätten ausgeräumt werden können, wenn Ex-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (2014 bis 2018) seine Hausaufgaben gemacht hätte und nicht der Verzögerungstaktik des Deutschen Bauernverbands und der Tierhalter-Lobby gefolgt wäre:
„Eine Verschiebung der Frist ist zwingend erforderlich, da die derzeit verfügbaren Alternativen zur betäubungslosen Kastration den Anforderungen der Praxis nicht gerecht werden.“

Die AfD brachte einen Antrag (19/5533) mit dem Ziel ein, die Kastration unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) mittels Lidocain zuzulassen, wenn die anwendenden Personen entsprechend geschult wurden.
Anmerkung: Der warnende Hinweis der Tierärzteschaft, dass die Lokalanästhesie wegen der notwendigen mehrfachen Einstiche bis zum Einsetzen der Wirkung sehr schmerzhaft sei, war entweder nicht bekannt oder wurde ignoriert, was darauf hindeutet, dass sich die Antragsteller nicht ausreichend informiert hatten.

Der Antrag der Bündnisgrünen (19/5564)  ist sehr umfangreich und verlangte eine umfassende „struktuelle Verbesserungen des Tierschutzgesetzes“ und sicherzustellen, dass nur „nach deutschen Tierschutzstandards kastrierte Schweine in den deutschen Handel gelangen“.

Die Redebeiträge können zumindest jetzt noch im Internet über folgende Adresse nachgehört werden:
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw45-de-tierschutzgesetz/577236
Sitzungsprotokoll:  http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/19/19061.pdf

Beschluss: Die Anträge wurde wurden an den Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft überwiesen.

Pressemitteilung der AGfaN e.V.

Hannover
Am 08.10.2018 gab Ministerin Barbara Otte-Kinast in Hannover eine Pressekonferenz mit Schwerpunkt Ferkelkastration
Lesen Sie hier einen Kurzbericht darüber und einen Kommentar dazu.