Leserbrief zur beabsichtigten Verlängerung der Erlaubnis für das betäubungslose Kastrieren von Eberferkeln bis 31.12.2020
Btr. Hamburger Abendblatt, 29.11.18, S. 16, Deutsche Ferkel müssen weiter leiden
Sehr geehrte Damen und Herren!
Für zwei weitere Jahre müssen nun also jährlich etwa 45.000 Eberferkel leiden, weil Ex-Agrarminister Christian Schmidt (CSU) es seit der Änderung des Tierschutzgesetzes im Juli 2013 versäumte, die erforderlichen
Durchführungsbestimmungen vorzubereiten. Mit der Inhalationsnarkose mittels Isofluran steht schon seit über 10 Jahren eine auch in Deutschland bei „Neuland“-Betrieben und auf Öko-Höfen bewährte Methode zur Verfügung, die in Verbindung mit einer zuvor percutan verabreichten Injektion eines Schmerzmittels (z. B. Metacam) das Leiden bei der Kastration sicher verhindert. Der auf Ökonomie fixierte Deutsche Bauernverband (DBV) unterstützte Schmidts Passivität und widerlegte damit seine gebetsmühlenartig vorgetragene Behauptung, deutsche Bauern seien Vorreiter in Sachen Tierschutz.
Mit freundlichem Gruß
Eckard Wendt
Vorsitzender der AGfaN e.V.

Pressemitteilung zur Bundesratssitzung am 21.09.2018:
Tierschützer begrüßen das Aus für die betäubungslose Kastration

Die AGfaN kritisiert die Vertagung der Entscheidung zum Auslaufen der betäubungslosen Kastration in der Absicht, eine Verlängerung der Übergangsregelung um zwei Jahre um zwei Jahre zu erreichen. 
Lesen Sie unsere Pressemitteilung dazu hier

Bundestag
Bundestag
Bundestagsbeschluss zur betäubungslosen Ferkelkastration (09.11.2018)
Am 09.11.2018 stand auf der Tagesordnung des Bundestags das Thema „Änderung des Tierschutzgessetzes“ (Tagesordnungspunkte ZP 12 bis 14).
         
Anlass war der Antrag der CDU/CSU und der SPD (Drucksache 19/5522), durch den die nach §21 Absatz 1 Satz 1 des Tierschutzgesetzes (TierSchG) seit Juli 2013 laufende und mit dem 31.12.2018 endende Übergangsfrist für die tierquälerische betäubungslose Ferkelkastration um zwei Jahre bis zum 31.12.2020 verlängert werden soll. In der Darstellung des Problems nennt der Antrag Gründe, die schon längst hätten ausgeräumt werden können, wenn Ex-Landwirtschaftsminister Christian Schmidt (2014 bis 2018) seine Hausaufgaben gemacht hätte und nicht der Verzögerungstaktik des Deutschen Bauernverbands und der Tierhalter-Lobby gefolgt wäre:
„Eine Verschiebung der Frist ist zwingend erforderlich, da die derzeit verfügbaren Alternativen zur betäubungslosen Kastration den Anforderungen der Praxis nicht gerecht werden.“

Die AfD brachte einen Antrag (19/5533) mit dem Ziel ein, die Kastration unter örtlicher Betäubung (Lokalanästhesie) mittels Lidocain zuzulassen, wenn die anwendenden Personen entsprechend geschult wurden.
Anmerkung: Der warnende Hinweis der Tierärzteschaft, dass die Lokalanästhesie wegen der notwendigen mehrfachen Einstiche bis zum Einsetzen der Wirkung sehr schmerzhaft sei, war entweder nicht bekannt oder wurde ignoriert, was darauf hindeutet, dass sich die Antragsteller nicht ausreichend informiert hatten.

Der Antrag der Bündnisgrünen (19/5564)  ist sehr umfangreich und verlangte eine umfassende „struktuelle Verbesserungen des Tierschutzgesetzes“ und sicherzustellen, dass nur „nach deutschen Tierschutzstandards kastrierte Schweine in den deutschen Handel gelangen“.

Die Redebeiträge können zumindest jetzt noch im Internet über folgende Adresse nachgehört werden:
https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2018/kw45-de-tierschutzgesetz/577236
Sitzungsprotokoll:  http://dip21.bundestag.de/dip21/btp/19/19061.pdf

Beschluss: Die Anträge wurde wurden an den Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft überwiesen.

Pressemitteilung der AGfaN e.V.

Hannover
Am 08.10.2018 gab Ministerin Barbara Otte-Kinast in Hannover eine Pressekonferenz mit Schwerpunkt Ferkelkastration
Lesen Sie hier einen Kurzbericht darüber und einen Kommentar dazu.

Gedanken zum Welt-Milchtag 2018

Appell zur Beendigung der tierquälerischen Kastration der Eberferkel
Im Zusammenhang mit der am 21.09.2018 stattfindenden Bundesratssitzung wird auch der Antrag Bayerns auf der Tagesordnung stehen, in dem eine Fristverlängerung für die betäubungslose Katration von Eberferkeln gefordert wird, die gemäß dem Tierschutzgesetz in der geänderten Fassung vom Juni 2013 nur noch bis zum 31.12.2018 erlaubt ist. Deshalb wandten wir uns mit inhaltlich weitgehend gleichlautenden Briefen per Einschreiben mit Rückschein an den Bayerischen Ministerpräsidenten, Landwirtschaftsministerin Kaniber und Verbraucherschutzminister Hauck, sowie an die Bundesländer, die Bayerns Antrag unterstützten (Baden-Württemberg und Hessen. Eigentlich hätten gleiche Schreiben auch an Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen geschickt werden müssen, aber das schafften wir leider aus Zeitgründen nicht.

Brief an die Bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber

Wir wandten uns ebenfalls an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

Gedenktage
Es gibt sinnvolle Gedenktage mit hehren Zielen wie zum Beispiel den Weltfrauentag (8. März) oder den Holocaust-Tag (27. Januar), an denen besonderer Ereignisse gedacht oder an Defizite im Sozialen erinnert wird.
Aber es gibt auch Tage, die in erster Linie zur Absatzförderung eingerichtet wurden. Zu diesen gehört der sogenannte „Weltmilchtag“ (1. Juni), der auf Betreiben des Internationalen Milchwirtschaftsverbands (IDF) von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) etabliert wurde.
Stellungnahme zum Welt-Milchtag 2018

Landwirtschaftliche Nutztierhaltungen besser kontrollieren – AGfaN nimmt Ministerin Julia Klöckner beim Wort und unterbreitet Vorschläge

Mit einem Brief dankte die Arbeitsgemeinschaft für artgerechte Nutztierhaltung e.V. (AGfaN) Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner für ihre öffentlich bekundete Absicht, sich gegenüber den Ländern für häufigere Kontrollen der Nutztierhaltungen durch die jeweils zuständigen Veterinärämter einsetzen zu wollen. Deshalb komme es darauf an, die bisher systemimmanenten Schwachstellen zu beseitigen, so dass nicht nur die Kontrolldichte, sondern auch die Effizienz erhöht werden kann.

Lesen sie hier den Brief an Ministerin Klöckner.
Übersetzung für englischsprachige Besucher